Erste musikalische Gehversuche unternahmen die Mettenheimer Bläser (MBL), damals noch als Bläserensemble bezeichnet, im Herbst 2004. Den Anstoß für dieses Unterfangen gab der damalige Bürgermeister Josef Gründl (seit 2010 Ehrenmitglied der MBL), der sich, in Erinnerung an die Mitte der 1950er-Jahre aufgelöste Burschenkapelle, eine eigene Blasmusik wünschte. In Ermangelung geübter Musiker entschied man sich für einen gezielten, von der Gemeinde Mettenheim finanziell geförderten Instrumentalunterricht an unterschiedlichen Blasinstrumenten und Schlagzeug, um dadurch die Basis für ein Orchester zu schaffen. Die Ausbildung an den Instrumenten – teilweise von ehemaligen Musikanten der Burschenkapelle „ererbt“ – erfolgte hauptsächlich durch Raimund Burger, Martin Lamprecht,
Martina Lamprecht und Werner Ortbauer.
Als Leiter konnte der Musikverleger und Musiker Martin Lamprecht gewonnen werden. Für ihn stand von Anfang an fest, dem jungen Nachwuchs neben der traditionellen Blasmusik auch andere Musikepochen und Stilrichtungen näher zu bringen. Das Ziel sollte ein sinfonisches Blasorchester sein, dessen Mitglieder nicht nur in ihrer Gesamtheit, sondern auch in variablen kleineren Gruppen auftreten können und dabei Freude am Musizieren haben.
Bestand das Ensemble anfangs nur aus fünf Kindern (Flöte, Klarinette, Saxofon und 2 Trompeten), so stieg die Mitgliederzahl im Laufe der ersten zwei Jahre rasch an. Sicherlich war dies auch der Unterstützung des damaligen Schulleiters der Grundschule Mettenheim, Markus Heindlmaier (seit 2015 Ehrenmitglied der MBL), zu verdanken, der der Bläsertruppe beim Schulfest, am 25. Juni 2005, zu einem ersten öffentlichen Bühnenauftritt verhalf und kurze Zeit später einen „Schnupper“-Vormittag zum Ausprobieren verschiedener Blasinstrumente befürwortete. Außerdem stellte er den jungen Talenten einen festen Probenraum in der Schule zur Verfügung. Hier entstand auch die Idee für den Namen „Mettenheimer Bläser“.
Erste kleine Auftritte im Kirchen- und Gemeinde - leben von Mettenheim sowie größere, etwa beim 125-jährigen Gründungsfest der FFW Mettenheim (2007) oder bei der Eröffnungsfeier des Kulturhofs (2007), steigerten nicht nur die Popularität des mittlerweile auf etwa 15 Musiker angewachsenen Orchesters. Mit der Gründung des Kulturhofs erhielten die MBL obendrein noch einen eigenen, neuen Probenraum, der in Verbindung mit der akustisch höchst ansprechenden Bühne dieses Gebäudes für weitere Entfaltungsmöglichkeiten beim Musizieren und Konzertieren bot, kurz: ein eigenes Konzertpodium in heimatlichen Gefilden. Zudem ermöglichte die Eingliederung der MBL in den ebenfalls 2007 gegründeten Verein der Kulturfreunde Mettenheim e. V. (Trägerverein) beiden Teilen eine Mitgliedschaft im Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON), dem für den Landkreis Mühldorf zuständigen Landesverband des Bayerischen Blasmusikverbandes.
Zum zehnjährigen Jubiläumskonzert im März 2015 - gleichzeitig das sechste Jahreskonzert der MBL - legte Gründer und Leiter Martin Lamprecht (seit 2016 Ehrendirigent der MBL) seinen Taktstock nieder. Viele der Musiker hatte er an unterschiedlichsten Instrumenten ausgebildet und sie zu einer imposanten Orchestergemeinschaft geformt, was er in diesem letzten Doppel-Event unter dem Motto „Das Beste aus zehn Jahren“ mit insgesamt 43 Musikern noch
einmal fulminant unter Beweis stellte.
Nach dem Abschied von Martin Lamprecht als musikalischer Leiter 2015 fand man ein Jahr später mit Detlev Jakob einen neuen Dirigenten. Der studierte Posaunist (u.a. am Freien Landestheater Bayern) und Ensembleleiter konnte fast nahtlos an den Erfolgen des Orchesters anknüpfen und vertiefte zudem die Arbeit an der traditionellen Blasmusik sowie am Repertoire. Ebenso veränderte man in dieser Zeit die Verwaltungsstruktur des Orchesters. So wurde ein Organisations-Team ins Leben gerufen, welches seither für alle terminlichen und logistischen Belange der Mettenheimer Bläser verantwortlich ist.
Nach dem unvorhergesehenen Ausscheiden von Detlev Jakob 2021 stand das Orchester vor der großen Herausforderung, kurzfristig einen neuen künstlerischen Leiter suchen zu müssen. Die Corona-Pandemie erschwerte diese Suche zusätzlich. Nachdem zwischenzeitlich Martin Lamprecht als Interimsdirigent zurückgeholt werden konnte, um wieder regelmäßige Proben zu ermöglichen und so das Orchester nach Monaten des Lockdowns wieder als homogenen Klangkörper zusammenzuführen, wurde schließlich, im März 2022, Franck Adrian Holzkamp zum neuen musikalischen Leiter ernannt.
Der 55-jährige Münchner, selbst vielseitig engagierter Musiker, Pianist, Posaunist, Dirigent und Komponist, brachte sogleich seine langjährige Erfahrung im Umgang mit Orchestern und Ensembles aller Art ein und etablierte eine neue Spielroutine, ohne dabei den Spaß am gemeinsamen Musizieren und das Gemeinschaftsgefühl unter den Musikern zu vernachlässigen. Unter seiner Leitung gelang ein erfolgreicher Re-Start nach der Corona-bedingten Zwangspause in Form von musikalisch mitreißenden Jahreskonzerten und Auftritten.
Auch das 20-jährige Jubiläum der Mettenheimer Bläser 2025 wurde in gemeinsamer Zusammenarbeit zu einem grandiosen Fest, an das man sich gerne zurückerinnern wird.
Derzeit besteht das Orchester aus rund 25 aktiven Musikern (Stand: August 2026) und geht zuversichtlich in die musikalische Zukunft.